Hotel Mediterráneo Eine Seite, zwei Zielgruppen.

Ein Familienhotel in La Pedrera am Río Caquetá, tief im kolumbianischen Amazonas – erreichbar nur mit dem Boot oder der Kleinmaschine. Die Seite soll Gäste gewinnen und gleichzeitig einen Käufer für das Geschäft finden. Genau daran lag die Arbeit.

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Meine Rolle

Konzept, Struktur, Texte, Bildauswahl und Umsetzung – eine Seite, ein Durchgang.

Umfang

Eine einzige Seite auf Spanisch, 147 Fotos, kein CMS und kein Buchungssystem.

Besonderheit

Reserviert wird per WhatsApp – das Formular schreibt die Nachricht vor und öffnet den Chat.

Die Seite

Links am Rechner, rechts auf dem Handy. Die Reihenfolge ist auf beiden Geräten dieselbe, die Bedienung nicht: am Telefon führt der Weg über einen einzigen grünen Knopf.

Startseite des Hotel Mediterráneo am Rechner: Titelbild der Fassade, darüber ein Band mit dem Verkaufshinweis
Am Rechner · 1280 Pixel
Dieselbe Startseite auf dem Handy: Titel, Beschreibung und der grüne WhatsApp-Knopf
Auf dem Handy · 390 Pixel

Die Ausgangslage

La Pedrera ist ein Ort am Río Caquetá, kurz vor der brasilianischen Grenze. Es führt keine Straße dorthin: man kommt mit dem Boot oder in einer Kleinmaschine, meist von Leticia aus. Das Hotel Mediterráneo gibt es dort seit zwanzig Jahren – Zimmer, Hängematten, Restaurant und die Bar, die abends der Treffpunkt des Dorfes ist.

Zwei Dinge machten die Aufgabe eigen. Erstens: Wer hier bucht, kennt den Ort nicht und findet auch kaum etwas darüber. Die Seite muss Vertrauen für eine Reise aufbauen, die man nicht kurzfristig abbrechen kann. Zweitens: Die Familie verkauft das Geschäft nach zwanzig Jahren – Hotel, Restaurant, Bar und Laden, im laufenden Betrieb. Beide Anliegen müssen auf dieselbe Seite, ohne sich gegenseitig zu beschädigen.

Die Entscheidungen

Fünf Punkte – und der wichtigste ist wieder eine Entscheidung dagegen.

01

WhatsApp statt Buchungssystem

Das Reservierungsformular legt keine Buchung an. Es sammelt Datum, Personenzahl und Zimmerwunsch, formuliert daraus eine Nachricht und öffnet WhatsApp mit dem fertigen Text. Bestätigt wird von der Familie persönlich. Das ist kein Rückschritt, sondern dem Ort angemessen: Ob eine Fahrt stattfindet, hängt vom Wasserstand des Flusses ab – das kann kein Kalender wissen, das weiß nur jemand, der dort lebt. Ein Buchungssystem mit Kreditkarte hätte Kosten erzeugt und Gäste ausgeschlossen, die genau so reisen.

02

Der Verkauf steht am Ende, nicht am Anfang

Ein Hotel, das zum Verkauf steht, darf nicht wirken, als würde es schließen – sonst reserviert niemand mehr. Deshalb erzählt die Seite zuerst das Haus: Zimmer, Essen, Bar, Ausflüge, der Ort. Der Verkauf kommt als eigener Abschnitt am Ende, dazu ein schmales Band oben für die, die genau deswegen kommen. Beide Zielgruppen haben ihren eigenen Weg durch dieselbe Seite.

03

147 Fotos sind hier kein Schmuck

Bei einem Ort, den niemand kennt, sind Bilder das eigentliche Argument – das Zimmer, das Bad, die Hängematte, die Bar bei Nacht, der Fluss. Also viele Bilder, aber mit Rücksicht auf die Leitung: Jedes Foto hat eine winzige, unscharfe Vorschau, die sofort steht, und lädt erst nach, wenn es in den Blick kommt. So bleibt die Seite auch bei schwachem Netz benutzbar – und schwaches Netz ist hier der Normalfall, nicht die Ausnahme.

04

Der Ort ist Teil des Angebots

Ein gutes Drittel der Seite handelt nicht vom Hotel: der Cerro Yupatí auf der anderen Flussseite, Bootstouren, die Strände in der Trockenzeit, die indigenen Gemeinschaften der Region, die Vogelwelt. Wer nach La Pedrera reist, entscheidet sich für die Gegend, nicht für ein Zimmer. Ein Hotelprospekt hätte diese Seiten weggelassen – und damit den Grund, überhaupt zu kommen.

05

Nur Spanisch, und ehrlich im Ton

Die Gäste kommen aus Kolumbien, Brasilien und Peru; eine englische Fassung hätte Pflege gekostet und niemandem gedient. Und die Seite verspricht nichts, was sie nicht halten kann: das einfache Zimmer heißt einfach und hat ein geteiltes Bad, die Angaben zu Trocken- und Regenzeit stehen ausdrücklich unter Vorbehalt. Am Ende dieser Reise steht keine Rückerstattung, sondern ein Boot. Da ist eine ehrliche Beschreibung die einzige, die trägt.

Was offen bleibt

Die Seite hat ein Ablaufdatum. Wird das Hotel verkauft, gehört sie den neuen Eigentümern oder sie verschwindet – und mit ihr der Verkaufsabschnitt, der heute die Hälfte ihres Zwecks trägt. Etwas zu bauen, das absichtlich nicht für die Ewigkeit gedacht ist, ist ungewohnt und war hier richtig.

Offen ist auch die Messbarkeit: Reservierungen laufen über WhatsApp und tauchen in keiner Statistik auf. Ich kann Ihnen sagen, wie viele Menschen die Seite lesen, aber nicht, wie viele davon anschließend im Boot sitzen. Wer eine Zahl braucht, muss anders bauen – und bekommt dafür eine Hürde, die genau die Gäste abschreckt, um die es hier geht.

Web & Software

Passt eine einzige Seite auch für Ihr Angebot?

Oft ja – wenn am Ende genau eine Entscheidung steht. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, ob Ihr Fall dazu gehört.

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